Dekanat Rüsselsheim

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        Sommersynode in Rüsselsheim

        Abschied von Pröpstin Gabriele Scherle

        Heidi Förster

        Am Samstag, den 24. Juni 2017 verabschiedete sich Pröpstin Gabriele Scherle bei der Sommersynode von den Delegierten des Ev. Dekanats Groß-Gerau-Rüsselsheim. Nach elf Jahren tritt die Pröpstin für Rhein-Main Ende des Sommers in den Ruhestand. In ihrer mutmachenden Rede lenkte sie den Blick in einer Zeit, die von Entkirchlichung und Säkularisierung geprägt ist, auf den „Ewigkeitshorizont“.

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        Die Pröpstin zog Bilanz, wo die Evangelische Kirche 500 Jahre nach der Reformation steht – und wo sie ihrer Meinung nach stehen sollte. Als wichtigste Veränderung benannte sie die Säkularisierung, in der ein entscheidender Bedeutungsverlust der Kirchen liege. Sie betonte, dass durch die Emanzipation der Politik, Wirtschaft, Kultur und anderer gesellschaftlicher Lebensbereiche von der Religion auch jene Prozesse befördert wurden, „die unser Leben reicher gemacht haben“. Wenn Menschen ihr Leben individuell und frei gestalten könnten, entwickele sich eine kulturelle und religiöse Vielfalt, ein Zugewinn an Freiheit für alle.
        Angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen in Deutschland, Europa und der Welt plädierte die Theologin für ein mutiges Bekenntnis zu Jesus Christus, zur Religionsfreiheit und zum Evangelium der Nächstenliebe und Barmherzigkeit, das gleiche Rechte für alle Religionen, Kulturen und Lebensentwürfe fordert. „Wir sind mitten in einem Kulturkampf, in dem versucht wird, ein so genanntes ‚christliches Abendland‘ gegen alles Bedrohliche auf dieser Welt abzuschotten.“ Dieser Ideologie müsse sich die Evangelische Kirche entgegenstellen und allen Einhalt gebieten, die im Namen Gottes andere ausgrenzen oder ihre Rechte in der Gesellschaft einschränken wollen. „Hier nicht laut zu werden, wäre ein Verrat am Evangelium.“
        Als weiteren Prozess, der die Kirche beschäftige, nannte sie die zunehmende „Entkirchlichung“. „In offenen Gesellschaften und unter guten Lebensbedingungen schwindet die Teilnahme an religiöser Praxis“, stellte Scherle fest. Hier gehe es nicht etwa um Religionswechsel, führte sich aus. „Die Bewegung geht in freiheitlichen Gesellschaften mit einem guten System der Wohlfahrt eindeutig in Richtung Konfessionslosigkeit.“ Diese gesellschaftliche Entwicklung sei nicht aufzuhalten, so die Pröpstin, „die Kirchen werden kleiner und müssen sich auf Menschen einstellen, die selbst bestimmen, wie sie an religiösen Ritualen teilnehmen wollen.“ Zudem, so ihr entschiedener Hinweis, bemesse sich die Bedeutung der Kirche nicht an ihrer Größe.
        Auch hätten Mitgliedschaftsbefragungen eindeutig belegt, dass die Menschen nach wie vor mit der Arbeit der Kirchen zufrieden seien, „ihre Distanz zum kirchlichen Alltag bedeutet nicht, dass ihnen der christliche Glaube egal wäre.“ Scherle ermunterte daher die Synodalen darin, trotz solcher gesellschaftlichen Entwicklungen weiterhin stellvertretend für alle „das Christus-Zeugnis und die Hoffnung auf Gott wach zu halten“. Denn die christliche Freiheit führe die Getauften in die gesellschaftlichen Konflikte hinein, nicht in eine konfliktfreie Traumwelt. „Das ist 2017 eine besondere Herausforderung. Aber solange wir als Kirche zu Christus stehen, müssen wir vor Nichts und Niemand Angst haben.“

        In einem Rückblick auf den Hessentag zogen Dekanin Birgit Schlegel und Pfarrer Andreas Jung positive Bilanz. Einen besonderen Dank sprach Schlegel dem Hessentagsbeauftragen und Pfarrer Wolfgang Prawitz aus, ohne dessen Organisation und tatkräftiges Wirken die einladenden Angebote rund um das Haus der Kirche in Rüsselsheim nicht möglich gewesen wären.   Vor allem galt der Dank den 100 Ehrenamtlichen, die zum Gelingen beigetragen haben. Wolfgang Prawitz: „Es ist uns gelungen mit einem freundlichen Angebot einen Ausblick auf das Reich Gottes zu geben.“

         

        Heidi Förster
        Öffentlichkeitsarbeit

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