Dekanat Rüsselsheim

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        Musical "Die Lutherin" vom Jugendchor in Groß-Gerau

        Warum müssen Frauen immer schweigen?

        Heidi Förster

        Selbstbewusst und couragiert hat sich Katharina von Bora an der Seite ihres berühmten und dominanten Mannes Martin Luther behauptet. Davon handelt das Musical „Die Lutherin“ mit Texten der Greifswalder Pfarrerin Stefanie Schwenkenbecher. In der Ev. Stadtkirche brachte der Jugendchor der Gemeinde unter Leitung von Kirchenmusikerin Wiebke Friedrich in vielen Spielszenen mit Chor-und Sologesängen die Lebensgeschichte der mutigen Reformatorin auf die Bühne.

        „Sie war Fürsorgerin, Gutsherrin und Seelsorgern. Luther überließ ihr Haus, Hof und Familie und respektierte sie als Korrektiv“ führte Pfarrer Helmut Bernhard in das Leben von Katharina von Bora ein.
        „Wir sind klug, emanzipiert, demokratisch kultiviert“, sang der Chor schwungvoll im Eingangslied. Als Nonnen verkleidet wurde musikalisch das strenge Klosterleben in den Liedern: „ora et labora“ und mit Texten wie „Ich muss hier raus, hier raus, das Klosterleben ist voll daneben…“ in Szene gesetzt.
        1499 war sie als Tochter eines verarmten Adligen geboren und kam mit zehn Jahren in das Kloster Nimbschen. Von Martin Luthers Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ inspiriert, floh sie nach Wittenberg.

        Die Ehe mit Luther wurde im Musical  im Altarraum der Stadtkirche unter einem großen Rosenkranz inszeniert und besungen. "Herr Käthe" wurde sie von Martin Luther genannt - ein Ausdruck dafür, dass Katharina und Martin Luther auch auf Augenhöhe streiten konnten. Denn mit der untergeordneten Rolle als Frau konnte sich Katharine von Bora nicht abfinden. Schließlich managte sie ja alles daheim: Landwirtschaft, Bienenzucht, die Vermietung an Studenten, die Erziehung der sechs Kinder und nicht zuletzt die Fürsorge für ihren Mann. "Warum müssen Frauen immer schweigen, wir Frauen sollen die Hände falten, Kinder und Haushalt verwalten, aber in unserem Hirn steckt genau so viel wie in den Männern drin." In einem überzeugenden Solo schmiss Jane Ingenkamp dazu ihre Fäuste in die Taille und beschwerte sich bei Luther, dargestellt von Aaron Gütlich, wütend, dass sie als Frau leider nicht geschäftsfähig  sei und kein Land kaufen könne. An nur zwei Probetagen in den Herbstferien hatte der Chor das Musical einstudiert. Am 31. Oktober 2017 saß jeder auswendig gesungene Ton, jede Rolle , jedes Kostüm und jede Aufstellung.  Eine beachtliche Leistung! Und dafür gab es von den 350 Besuchern anhaltenden Applaus. Und so kamen die Sängerinnen nicht umhin, noch einen poppigen Hit in Nonnentracht draufzusetzen: "I will follow him".

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