Dekanat Rüsselsheim

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        Besuch aus Israel - einer Oase des Friedens

        Wir weigern uns, Feinde zu sein!

        Roswitha Velte-Hasselhorn

        sagen Muna Boulos (23) und Eden Zohar (20). Geboren in einer Oase des Friedens in „Neve Schalom – Wahat al-Salam“ sind die jüdischen und die palästinensischen Israelinnen gemeinsam auf Deutschland-Tournee. Mutig und beeindruckend haben die Studentinnen am 18. März 2018 im Groß-Gerauer Kulturcafé erzählt, wie doch inmitten von Konflikten Frieden möglich ist.

        Im 51. Jahr der Besetzung und Besiedelung des Westjordan-Landes und des Gaza-Streifens durch Israel gilt die Aussicht auf Frieden in Nahost als gering. Zohar und Boulos sind dennoch gemeinsam unterwegs und gelten in ihrem Land je nach Sichtweise als Heldinnen oder als Verräterinnen.

        „Neve Shalom – Wahat al-Salam“ – ein Dorf in Israel, in dem Araber und Juden leben und arbeiten, gleichberechtigt und in Frieden – das gibt es wirklich, seit 1970, gegründet von dem Dominikanerpater Bruno Hussar. Eden Zohar und Muna Boulos kennen nichts Anderes, haben gemeinsam die Schule besucht und jüdische und muslimische Feste miteinander gefeiert.  So z.B. das jüdische Lichterfest Chanukkah, das an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem 164 v. Christus erinnert oder auch das Zuckerfest am Ende des Ramadan,  das auf Arabisch Id al-Fitr heißt.

        „In den Schulen wird immer erzählt, dass das Land, in das die Israelis kamen und alles fruchtbar machten, leer gewesen sei. Das stimmt aber nicht. Meine Großeltern haben mir erzählt, dass ihnen das Haus weggenommen wurde“, erzählt Muna Boulos im Groß-Gerauer Kulturcafé.  

        Die beiden Studentinnen würden gern ihre Erfahrung des Friedens in ganz Israel verwirklicht sehen. Daher sprechen sie von einer Ein-Staatenlösung, einem Staat, in dem arabische und jüdische Israelis gleichberechtigt miteinander leben.  Doch „wie lange es dauern wird, bis man da hinkommen wird, da wagen sie keine Prognosen“, sagt Wolfgang Prawitz.  Der Pfarrer für Ökumene im Ev. Dekanat Groß-Gerau-Rüsselsheim hat großen Respekt angesichts des Mutes, der Ehrlichkeit und der Offenheit der 21- und 23-Jährigen. Denn  für ihr Engagement würden sie im eigenen Land angefeindet. Dabei seien sie „hoch engagierte, sehr reflektierte Frauen, die ganz genau wissen, wo sie hin wollen und auf die Unterstützung der ganzen Welt angewiesen“.

        Pfarrerin Roswitha Velte-Hasselhorn, die mit den Studentinnen in ihrer Ev. Kirchengemeinde Wallerstädten bereits nachmittags im Gespräch und mit einem Friedensgebet Zeit verbracht hat, lobt die Lebendigkeit der Frauen aus Israel und deren Hoffnung auf demokratisches, gleichberechtigtes Zusammenleben von Arabern und Juden.

        „Sehr jung, aber in ihren Ansichten und in dem, was sie erzählt haben, sehr reflektiert und sehr erwachsen“ zeigt sich Tankred Bühler, Pfarrer im Ruhestand, an diesem Abend beeindruckt vom hohen Engagement dieser beiden Frauen. In zehn Tagen haben sie  jeweils an zwei Orten pro Tag referiert.  „Seltene wichtige Initiativen sollte man unterstützen, Informationen, Kollekten hinschicken und spenden. Das habe ich mir auch neu vorgenommen. Denn neben 'amnesty' oder  'pro asyl' hat es diese Initiative auch verdient.“

        Pfarrer Wolfgang Prawitz weist als Ökumene-Pfarrer auf die Bedeutung dieser Veranstaltung hin. Kirche habe die Aufgabe, Menschen hierzulande zu informieren, dass es in Israel Friedensbewegungen wie diese „Oase des Friedens“ gibt.  Für den erfahrenen Theologen ist die Haltung der beiden Frauen, die sich mit Mut weigern, Feinde zu sein, wegweisend und erfolgversprechend, „weil sie ein gemeinsames israelisch-palästinensisches Projekt vertreten und zeigen, dass sie als Menschen unterschiedlichen Glaubens gleichberechtigt miteinander leben können“. Auf die Frage, was wir in Deutschland für einen Frieden in Nahost tun können, antwortet er: „Die Frage immer wieder thematisieren. Wir sind nicht Teil der Lösung. Aber wenn wir nicht differenziert daran gehen, werden wir möglicherweise zu einem Teil des Problems.“

         

        Heidi Förster
        Öffentlichkeitsarbeit

         

        Spendenkonto:

        Freunde von Neve Shalom - Wahat al-Salam e.V.
        Kreissparkasse Limburg
        IBAN: DE68 5115 0018 0000 0375 56

        Spenden sind steuerlich abzugsfähig.

         

        Veranstaltung in Kooperation mit Freunde von Neve Shalom - Wahat al-Salam e.V. zur Zukunft von Israelis und Palästinensern im 51. Jahr der Besatzung in der Akademie Frankenwarte Würzburg vom 27. bis 29. April 2018

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