Der Gottesdienst wurde vom Kinderchor des Ev. Kindergartens mit einem „Danke“ –Lied eröffnet. Auch der Ev. Musikkreis Wolfskehlen, der Kirchenchor Wolfskehlen-Goddelau, Flötistin Astrid Hammann, Ute Kißner an der Orgel und Sängerin Iris Kißner mit der Sinfonia von Johann Sebastian Bach bereicherten musikalisch diesen Gottesdienst. Die Sitzplätze reichten nicht aus, so viele Gemeindemitglieder waren gekommen, um Pfarrer Volker Herwig ihre Dankbarkeit und Verbundenheit zu zeigen. „Du warst mit den Menschen unterwegs und hast die Kirche mitten in unser Leben gebracht“ sagte Inga Büdings im Namen aller Vereine. Volker Herwig hat Kirche als Ort der Gemeinschaft erlebbar gemacht und war auch jedes Jahr ein wichtiger Moderator für die Abstimmung der Termine aller Vereine. Darunter zählen auch die Gottesdienste zur Kerb. Die „Kerweborsch und Kerwemädscher“ hatten im Chorraum Platz genommen. Unvergessen bleibt Pfarrer Volker Herwig der Gottesdienst zum 400-jährigen Kerb-Jubiläum, „als alle im Stehen „großer Gott wir loben dich“ angestimmt haben“.
Der Abschied von den „vielen lieben Menschen“ fällt Pfarrer Volker Herwig schwer. Herzlich, offen und vorurteilslos ist er den Menschen begegnet, hat mit ihnen gelacht, geweint und gefeiert. „Sie sind im Pfarrdienst gewesen, um genau dies zu tun, mit Gott und den Menschen zu leben und das Leben in allen Tiefen und Höhen zu ergründen. Gott hat sie reich beschenkt“, würdigte Propst Stephan Arras Herwigs Wirken nach 31 Jahren Pfarramt.
Aufgewachsen in Dreieich-Buchschlag hat Volker Herwig nach dem Abitur in Frankfurt zunächst in Tübingen Ethnologie und Geschichte studiert und wechselte nach einer herausragenden Vorlesung von Eberhard Jüngel in das Fach Theologie. Nach Beendigung seines Studiums in Ütrecht und Berlin absolvierte er sein Vikariat in Nassau an der Lahn und ein Spezialvikariat in Athen. Weitere Stationen seines Gemeindepfarramtes waren Groß-Rohrheim und Hartenrod. Um für seine drei Kinder da zu sein, hat er sich drei Jahre lang die Pfarrstelle in Groß-Rohrheim mit seiner Ehefrau Dorothee Herwig, die er in Berlin kennengelernt hatte, geteilt.
Die Ev. Kirchengemeinde Wolfskehlen wurde seit 2003 deren Familienheimat.
Der langjährige Kirchenvorstand und ehemalige Präses des Ev. Dekanats Ried Paul Ewald würdigte die ruhige, ausgeglichene Art von Pfarrer Volker Herwig und sagte: „Ihr seid Wolfskehlener geworden. Du warst unser Hirte und hast Hoffnung und Trost im Glauben gelebt. Es gibt keinen besseren Seelsorger, als dich!“
Pfarrerin Julia Bokowski sprach in Vertretung von Dekan Martin Franke-Coulbeaut ihren Dank aus, vor allem dafür, dass er immer da war, wenn im Dekanat Kasualvertretungen nötig waren. Auch Bürgermeister Marcus Kretschmann würdigte Herwig mit den Worten: „Sie haben unermesslich viel für das Zusammenleben im Ort getan.“
Gerührt und sprachlos konnte Volker Herwig nur reagieren, als er zum Abschied vom Kirchenvorstand einen metergroßen Kirchbalken mit einer Glocke und eine Orgelpfeife geschenkt bekam. Auch Blumen und Erde aus dem Pfarrgarten und ein Bildband wurden überreicht. Und so kann er ein Stück Heimat mitnehmen nach Baden-Württemberg, wohin er noch in diesem Jahr mit seiner Frau ziehen wird.
Zum Abschluss des Gottesdienstes sagte der ehemalige Vikar und Pfarrer Dominik Weyl, was er von Pfarrer Volker Herwig gelernt hat: „Dass man als Pfarrer echt sein kann und berührbar bleibt.“
Im Anschluss an den Gottesdienst wurde im Pfarrgarten bei Essen und Getränken gefeiert und so konnten sich die Besucher*innen noch persönlich von ihrem Pfarrer verabschieden, der am 31.Oktober 2026 in den Ruhestand wechseln wird.