Zu Beginn der Tagung unterstrich Silva Wenzel, Vertreterin der katholischen Kirche im Kreis Groß-Gerau, in ihrem Grußwort die Bedeutung synodaler Strukturen, christlicher Werte und biblischer Erzählungen für die Stärkung der Demokratie.
Mit großem Applaus würdigten Dekan Martin Franke-Coulbeaut und die Synodalen das langjährige ehrenamtliche Engagement von Renate Leppla und Gisela Kögler. Leppla wurde für zehn Jahre Dienst als Lektorin, Gisela Kögler für zehn Jahre Tätigkeit als Prädikantin geehrt. Beide erhielten eine besondere Anerkennung als Zeichen des Dankes.
Vier neue Mitglieder im Dekanatssynodalvorstand
Die Synode wählte Verena Hammes aus der Evangelischen Kirchengemeinde Riedstadt und Annerose Kohlhaas aus der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Gerauer Land mit sofortiger Wirkung in den Dekanatssynodalvorstand (DSV). Für Pfarrerin Julia Bokowski, die aufgrund ihres Stellenwechsels zum 1. November 2026 aus dem DSV ausscheidet, wurde Pfarrer Marcus Bahnsen zum 1. November in den DSV gewählt. Ab dem 1. März 2027 wird außerdem Pfarrer Markus Paul Gärtner im Leitungsgremium mitarbeiten. Er folgt auf Pfarrer Wolfgang Prawitz, der in den Ruhestand geht.
Kirche und Diakonie stärker vernetzen
In den Diakonieausschuss wurde Pfarrerin Heike Seidel-Hoffmann als Delegierte aus der Dekanatssynode gewählt. Dem Ausschuss gehören derzeit Hans Kögler, Lucian Lazar, Pfarrer Marcus Bahnsen, Pfarrer Andreas Jung und Anja Wolf an. Weitere Mitglieder werden von den Kirchengemeinden benannt. Der Ausschuss wird sich künftig mit der Nutzung kirchlicher Räume für diakonisches Handeln beschäftigen. Außerdem sollen bestehende diakonische Angebote im Kreis Groß-Gerau sichtbarer gemacht, miteinander vernetzt und weiterentwickelt werden.
Vielfalt im kirchlichen Alltag leben
Wie kann Kirche vielfältiger werden und allen Menschen gleiche Möglichkeiten zur Beteiligung eröffnen? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Synodalen intensiv.
Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) möchte sich zu einer diversitätssensiblen und diskriminierungskritischen Kirche entwickeln. Ziel ist es, allen Menschen gleiche Möglichkeiten zur Beteiligung zu eröffnen und Diskriminierung innerhalb der eigenen Organisation zu erkennen und abzubauen.
Dekan Martin Franke-Coulbeaut machte in seiner Einführung deutlich, dass auch in Kirchengemeinden bestimmte Gruppen stärker vertreten sind als andere. „Von der Hautfarbe her sind wir meist weiße unter weißen Menschen. Sogar in unseren Kirchengemeinden. In der Dekanatssynode sprechen in der Regel Hauptamtliche mehr als Ehrenamtliche und Männer länger als Frauen.“
Dies habe unter anderem mit unterschiedlichen Zugangsmöglichkeiten, Vorlieben und Milieus sowie mit erlernten und veränderbaren Verhaltensmustern zu tun.
In Arbeitsgruppen entwickelten die Delegierten Ideen, wie Vielfalt im kirchlichen Alltag stärker berücksichtigt werden kann. Angeregt wurde beispielsweise, bestehende Angebote daraufhin zu überprüfen, ob sie unterschiedliche Lebensformen und Lebenssituationen ausreichend berücksichtigen. Dazu gehören etwa Alleinerziehende und Familienformen jenseits des klassischen Familienbildes. Weitere Vorschläge waren offene Angebote, persönliche Beziehungen und eine Sprache, die verbindet statt auszugrenzen. Auf diese Weise sollen mehr Menschen angesprochen, Begegnungen ermöglicht und die Offenheit und Beteiligung innerhalb der Kirche gestärkt werden.
Ökumenisches Projekt 2027 unterstützt PRO ASYL
Einstimmig beschloss die Synode, die Mittel aus der Sammlung zum Ökumenischen Projekt 2027 für die Unterstützung für PRO ASYL e.V. zur Verfügung zu stellen. Damit setzt die Synode ein Zeichen für Solidarität und Menschlichkeit und unterstützt den Einsatz für die Rechte und den Schutz von Geflüchteten.
PRO ASYL engagiert sich bundesweit und europaweit für Menschen, die vor Verfolgung und Gewalt fliehen. Die Organisation unterstützt Schutzsuchende unter anderem durch Beratung und Rechtshilfe in Asylverfahren, dokumentiert Menschenrechtsverletzungen und setzt sich für faire Asylverfahren und menschenwürdige Lebensbedingungen ein.
Gemeinsam zum Kirchentag nach Düsseldorf
Der Deutsche Evangelische Kirchentag findet vom 5. bis 9. Mai 2027 in Düsseldorf statt. Für Interessierte aus dem Dekanat organisieren Pfarrerin Heike Seidel-Hoffmann und Bildungsbeauftragte Elke Deul eine gemeinsame Dekanatsfahrt. Ziel ist es, das vielfältige Programm des Kirchentages gemeinsam zu erleben und daran teilzunehmen.
Pfarrstelle für Ökumene und Gesellschaftliche Verantwortung ausgeschrieben
Das Ev. Dekanat Groß-Gerau-Rüsselsheim hat eine Pfarrstelle für Ökumene und Gesellschaftliche Verantwortung ausgeschrieben. Die Stelle kann zum 1. März 2027 besetzt werden.