Am 14. April 2026 findet in Groß-Gerau-Wallerstädten um 09.00 Uhr vor dem Grundstück An der Pforte 13, neben dem Dorfzentrum, eine Veranstaltung in Gedenken an das grausame Schicksal der jüdischen Familien Rohrheimer und Schiff statt. Der in ganz Europa tätige Künstler Gunter Demnig wird acht Stolpersteine verlegen.
Bei der Gedenkveranstaltung werden Nachkommen der Familie Schiff aus den USA dabei sein. Schüler*innen der Prälat-Diehl-Schule werden an das Schicksal der Familien erinnern.
An der Pforte 13, zwischen Hausnummer 11 und dem heutigen Dorfzentrum, stand bis 1940 ein kleines Haus, in dem bis 1938 acht Personen lebten: Das Ehepaar Salomon und Linchen Rohrheimer, deren Tochter Delphine mit ihrem Ehemann Theodor Schiff und deren vier Kinder Ludwig, Margot, Irene und Ernst.
Nach der Reichspogromnacht wurden Salomon und Linchen Rohrheimer nach Frankfurt vertrieben, wo Linchen Rohrheimer bereits 1939 starb. Salomon Rohrheimer wurde 1942 im KZ Theresienstadt ermordet. Theodor und Delphine Schiff gelang mit ihren vier Kindern 1940 die Flucht in die USA, wo ihre Nachkommen heute noch leben.
Dies ist die erste Stolpersteinverlegung in Wallerstädten. Die Arbeitsgruppe Stolpersteine Wallerstädten, die fast vier Jahre lang recherchiert hat, lädt alle Mitbürgerinnen und Mitbürger zur Verlegung und zum Gedenken ein. Danach werden im Dorfzentrum bei einem kleinen Imbiss weitere Informationen und Gespräche geboten.
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