Feststimmung kam gleich zu Beginn auf, als die Goller Kerweborsch mit dem „Goller Lied“ und Fahne in die Kirche einliefen. Klaus Dewald ließ für Helga Donat am Akkordeon „rote Rosen regnen“. Auch der Kirchenchor Goddelau-Wolfskehlen unter der Leitung von Hie Jeong Byun, Bettina Schimkat an der Orgel und Juliane Baucke am Horn bereicherten den Gottesdienst mit ihrer Musik.
Nach 29 Jahren ihres Wirkens als Pfarrerin in Goddelau sagt Helga Donat: „Ich verlasse eine Arbeit, die ich sehr geliebt habe und einen Ort, in dem wir uns sehr wohl gefühlt haben“. Unvergessen bleibe die Feier des 400jährigen Jubiläums der Evangelischen Kirche Goddelau im Jahr 2007. Für soziales Miteinander, Demokratie und Teilhabe hat sich Helga Donat gemeinsam mit der Stadt eingesetzt mit dem Helfernetzwerk und der Arbeit in der Stiftung Soziale Gemeinschaft Riedstadt in Goddelau. Mit dem in der Corona-Pandemie entstandenen Helfernetzwerk werden seitdem Menschen aus Goddelau und Umgebung, die Hilfe brauchen, schnell und unkompliziert im Alltag von Ehrenamtlichen unterstützt. Helga Donat ist Ehrenamtlichen immer auf Augenhöhe begegnet und hat mit ihnen gemeinsam Ausdrucksformen für den Glauben entwickelt. Helga Donats empathische und einfühlsame Art hat auch Renate Hefermehl gestärkt, die sich in ihrem Grußwort für ihr Zuhören und ihre offene, herzliche Art bedankte.
Riedstadts Bürgermeister Marcus Kretschmann betonte Helga Donats große Tatkraft für ein friedliches, demokratisches Miteinander und ihr Mitwirken auch im Freundeskreis Flüchtlinge und bei Aktionen gegen Rechtsextremismus.
„Danke, dass durch Sie Gottes Liebe sichtbar wurde“ sagte Propst Stephan Arras, „Ihnen war es wichtig, Menschen zu befähigen“.
Geboren am 7. Januar 1961 in Bad Homburg und aufgewachsen in Oberursel ist Helga Donat mit 19 Jahren von der katholischen in die evangelische Kirche übergetreten, als ihr klar wurde, dass sie nicht in das katholische Frauenbild passt. Sie hat Theologie in Mainz studiert, war Pfarrvikarin in der Ev. Kreuzkirchengemeinde Wiesbaden und anschließend fünf Jahre Pfarrerin in Weiterstadt-Braunshardt, wo sie im Juni 1992 ordiniert wurde. Seit Juni 1997 ist Helga Donat Pfarrerin in Goddelau und war im ehemaligen Ev. Dekanat Ried auch mehrere Jahre stellvertretende Dekanin. Donat ist feministisch-theologisch geprägt, um „Frauen sichtbar zu machen, wo sie bewusst unsichtbar gemacht wurden“. In ihrem Spezialvikariat bei Wildwasser in Wiesbaden, einer Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt, habe sie viel für ihre seelsorgerliche Arbeit gelernt und hat sich später auch psychotherapeutisch in Darmstadt weitergebildet.
Dekan Martin Franke-Coulbeaut würdigte bewundernd „die Leichtigkeit, mit der du die großen Hoffnungen formuliert hast. In den kleinsten Raum hast du Weltoffenheit gebracht.“
Dass Helga Donat als Pfarrerin „absolut richtig ist“ hat dieser Abschiedsgottesdienst einmal mehr gezeigt. Für die vielen Menschen der Gemeinde, die sich ihrer Pfarrerin in Dankbarkeit verbunden fühlen, reichten die Sitze in der Ev. Kirche lang nicht aus, so wurde der Gottesdienst auch mit Leinwand in den Pfarrgarten übertragen. Dort konnte sich die Gemeinde nach dem Gottesdienst bei Essen und Getränken von ihrer Pfarrerin verabschieden, die am 1.11.2026 in den Ruhestand wechseln und nach Gernsheim umziehen wird.
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